Brillengläser aus RathenowBrillengläser – Sehhilfen von Wert

Als Aquamarin spielte der Beryll schon in der Antike als erste vergrößernde Sehhilfe eine wichtige Rolle. Venedig hütete streng das Geheimnis des Glasmachens über viele Jahrhunderte. Seit 1772 galt in Preußen ein Einfuhrverbot ausländischer Brillen. Nürnberger Brillen waren aus gegossenem Glas von schlechtester Qualität. Erst nach den Gesetzen der Optik geschliffenes Glas brachte Abhilfe.

Lesestein

Plakat zu Brillengläsern

Lesestein

Plakat zu Brillengläsern

Der Beginn in Rathenow

1801 begannen in Rathenow die Pfar-rer Duncker und Wagener mit der industriellen Produktion von geschliffenen Brillengläsern. Die Patentierung der Vielschleifmaschine am 10. März 1801 trug dazu bei. Diese hatte die Eigenschaft, dass sie »alle Arten von Gläsern ... schleift und das keines der Gläser eine nachteilige Strahlenbrechung hervorbringt«, schreibt Wagener 1803 über die Maschine.

Zeichnung der Vielschleifmaschine

Zeichnung der Vielschleifmaschine

Transmissionsantriebe in der Brillenglasfertigung

Arbeiter um 1800

Brillenglasherstellung – moderner Industriezweig

Anfangs wurden vor allem plankonkave und plankonvexe Gläser auf den Vielschleifmaschinen hergestellt. Alle Nachfolger Dunckers rangen um bessere Glasqualität und rationellere Produktion. Dreietagenschleifmaschinen in riesigen Hallen brachten enorme Stückzahlen. Das komplette Brillenglassortiment aus Glas und Kunststoff kommt heute aus Rathenow.

Schleifmaschine

Schleifmaschine für sphaerische Brillenglaeser