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VEREIN ZUR FÖRDERUNG, PFLEGE UND ERHALTUNG
DER OPTISCHEN TRADITIONEN IN RATHENOW E.V.

Neben allgemeinen Aufgaben nimmt sich der Verein auch aktueller Forschungsthemen über historische Entwicklungsprozesse in der Region an, setzt sich für die Erweiterung der optischen Sammlung des Optik Industrie Museums im Kulturzentrum Rathenow ein und ist Veranstalter u.a. von Exkursionen, Gesprächsrunden und Vortragsreihen. Wenn das Jahr 2001 in Rathenow unter dem Motto „200 Jahre optische Industrie in Deutschland“ stand, dann ist auch das ein Schritt in die richtige Richtung auf den Optikstandort Rathenow aufmerksam zu machen und die Stadt der Optik wieder in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken.

Verein erwirbt originale „Duncker-Brille“ für das Museum

1815 veröffentlichte Johann Heinrich August Duncker erstmals seine Schrift “Belehrung über Brillen und die verbesserte patentierte Hörmaschine“. Hierin erläuterte er in wissenschaftlich fundierter Weise wie eine Brille beschaffen sein sollte, um dem Träger wirklich zu nützen. Ausführlich beschrieb er die Notwendigkeit der Verwendung hochwertigen Glases für die Herstellung von Brillengläsern, aber auch die Bedeutung einer richtigen Brillenfassung. Da zu dieser Zeit noch immer Hausierer Brillen minderer Qualität anboten, verweist Duncker in seiner Schrift darauf, dass seine Brillen aus Rathenower Produktion immer gestempelt werden. Entweder mit Duncker Rathenau oder Duncker ROIA (Rathenower Optische Industrie Anstalt). Diese Stempel befinden sich entweder innen oder auch außen auf den Bügeln. Lange hat es gedauert bis eine solche, heute seltene Fassung, in das Eigentum des Vereins gelangte. In einer zum Kauf angebotenen Brillensammlung fand sich das Stück, welches nun einen besonderen Platz im Museum bekommen wird. Auf dieser runden Metallfassung mit geraden Bügeln ist links der Name Duncker und rechts der Name Rathenau gut lesbar gestempelt. Wie wichtig es Duncker war, das seine Brillen sich von minderwertiger Ware abhoben zeigt die Tatsache, dass er auch später immer wieder darauf verweist, dass seine Ware gestempelt ist. Eine frühe Form von Qualitätssiegel könnte man meinen.

Geschichte der optischen Industrie

Als 1993 der „Verein zur Förderung, Pflege und Erhaltung der Optischen Traditionen in Rathenow e.V.“ gegründet wurde, konnte die Optische Industrie in Rathenow auf eine fast 200 jährige Tradition zurückblicken.

Um 1790 hatte der Pfarrer Johann Heinrich August Duncker in Rathenow begonnen, Mikroskope zu fertigen. Die Fähigkeiten dazu hatte er in Halle an den Franckeschen Stiftungen erworben. Nach längerer Vorbereitungszeit war es dann im Jahre 1801 soweit. So wurde am 10.03.1891 die Optische Industrie – Anstalt Rathenow durch den Preußischen König konzessioniert.

Für den Fortgang der industriellen Entwicklung von noch größerer Bedeutung war jedoch die Erfindung der Vielschleifmaschine und deren Patentierung am 10. März 1801.

Erstmalig konnten hiermit 11 Gläser gleichzeitig geschliffen oder poliert werden. Die Fabrik Dunckers blieb über viele Jahre die einzige in Preußen, die auf wissenschaftlicher Basis Brillengläser und Fassungen herstellte. Erst um 1850 kamen weitere hinzu.

Bekannte Firmen wie die Emil Busch AG, unmittelbarer Nachfolger Dunckers, aber auch Nitsche & Günther, Wernicke, Rapsch oder Ruhnke sowie viele, viele Kleinbetriebe bestimmten das Leben und die Arbeit in Rathenow in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus dem kleinen, verträumten märkischen Ackerbürgerstädtchen hatte sich eine blühende Industriestadt – „die Stadt der Optik“ – entwickelt.

Optische Instrumente aller Art wurden hier produziert. Der 2. Weltkrieg und besonders der Fanatismus einiger Leute, die Stadt in den letzten Kriegstagen noch zur Festung zu erklären, führten zu einschneidenden Veränderungen auch für die optische Industrie. Was übrig blieb, waren Trümmer, zerstörte Werkhallen aber auch der Wille und die Kraft zum Neubeginn…

So versuchten die kleineren Firmen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen und anzuknüpfen, wo sie gewaltsam aufhören mussten. Aus den großen, die zum Teil enteignet worden waren, gingen die Rathenower Optischen Werke (ROW) hervor. Wieder ging der Stadt der Ruf voraus, die „Brillenstadt“ der DDR zu sein. Allerdings war der staatlich verordnete Konzentrationsprozess so stark, dass es in den 80er Jahren unseres Jahrhunderts nur noch einen Großbetrieb, die ROW, gab.

Die politische Wende des Jahres `89 führte auch zu einer Wende der industriellen Entwicklung. Die ROW, inzwischen eine GmbH, wurde liquidiert. Spezielle Teilbereiche gründeten sich aus und wurden privatisiert. Dazu kamen in Rathenow einige Neugründungen von optischen Firmen und die Ansiedlung renommierter Unternehmen in der optischen Branche. Sie alle entstanden auf traditionsreichen Fundamenten der Stadt der Optik und fühlen sich ihr verbunden. Gemeinsam mit dem Kreismuseum Rathenow entstand die Idee, die Traditionspflege in die Hände eines Vereins zu legen. So kam es im April 1993 zur Gründung des neuen „Vereins zur Förderung, Pflege und Erhaltung der Optischen Traditionen e.V.“ Der erste Vorsitzende war der langjährige Obermeister der Augenoptikerinnung Manfred Plaue.

Neben allgemeinen Aufgaben nimmt sich der Verein auch aktueller Forschungsthemen über historische Entwicklungsprozesse in der Region an, setzt sich für die Erweiterung der optischen Sammlung des Optik Industrie Museums im Kulturzentrum Rathenow ein und ist Veranstalter u.a. von Exkursionen, Gesprächsrunden und Vortragsreihen. Wenn das Jahr 2001 in Rathenow unter dem Motto „200 Jahre optische Industrie in Deutschland“ stand, dann ist auch das ein Schritt in die richtige Richtung auf den Optikstandort Rathenow aufmerksam zu machen und die Stadt der Optik wieder in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken.

Vereinsmitglieder

gemeinsam auf den Spuren von J.H.A. Duncker

Buchmann Deutschland GmbH
City Optik Scharnbeck
E.DIS, RZ Rathenow
ESSILOR GmbH
Fielmann AG
Kulturzentrum Rathenow GmbH Optik Industrie Museum
Mikroskop Technik Rathenow GmbH
MOM GmbH
Obrira Low vision
Optikhandel Blauhut
OPTOTEC Rathenow GmbH
Solira GmbH
Stadtverwaltung Rathenow
ZVA Zentralverband der Augenoptiker

Vorstand

Dr. Bettina Götze
Wilfried Zabel
Dieter Musold
Petra Hamann
Andrea Brett

Kontakt & Impressum

Verein zur Förderung, Pflege und Erhaltung der optischen Traditionen in Rathenow e.V.

Sitz
Kulturzentrum Rathenow gGmbH
Märkischer Platz 3
14712 Rathenow
Deutschland

Telefon: (0 33 85) 51 90 33

Vorstand

 

VorsitzendeDr. Bettina GötzeTel.: 03385 519033
Stellv. VorsitzenderDieter MusoldTel.: 03385 513573
Stellv. VorsitzenderAndrea BrettTel.: 03385 506373
SchatzmeisterWilfried ZabelTel.: 03385 512947
SchriftführerinPetra HamannTel.: 0173/7390438